Zum 1. Juli 2026 erhöht Microsoft die Preise für mehrere Microsoft-365-Tarife – je nach Plan zwischen rund 15 und 33 Prozent. Für viele Unternehmen ist das der Anlass, eine Frage neu zu stellen, die eigentlich grundsätzlich ist: Setzen wir auf Microsoft 365 oder auf Google Workspace? Beide Suiten decken denselben Alltag ab – E-Mail, Dokumente, Videokonferenz, Cloud-Speicher – und unterscheiden sich trotzdem an den Stellen, die für ein mittelständisches Unternehmen am Ende den Ausschlag geben.
Dieser Beitrag vergleicht beide Plattformen nüchtern aus der Perspektive eines Berliner IT-Dienstleisters, der beide Welten bei Kunden betreut. Vorweg in eigener Sache: Die NETWORK ASSISTANCE GmbH ist Microsoft Partner und wurde von Statista 2023, 2024, 2025 und 2026 als Top-IT-Dienstleister Deutschlands ausgezeichnet. Wir haben also eine Hausmeinung – aber der Reihe nach.
Worum es bei der Entscheidung wirklich geht
Die Wahl zwischen Microsoft 365 und Google Workspace ist selten eine Frage einzelner Features. Beide können Mails, Tabellen und Meetings. Die Entscheidung hängt an drei Dingen: Wo arbeiten Ihre Leute heute schon (Office-Dokumente vs. Browser), wie streng sind Ihre Datenschutz-Anforderungen, und wie viel Aufwand verträgt ein möglicher Wechsel. Für ein KMU ab 10 Mitarbeitern ohne eigene IT-Abteilung zählt am Ende nicht das längste Feature-Datenblatt, sondern was sich im Betrieb bewährt und was sich rechtssicher betreiben lässt.
Die Tarife und Preise im Überblick (Stand 2026)
Beide Anbieter staffeln ihre Pakete für Unternehmen mit bis zu 300 Nutzern in drei bis vier Stufen. Die folgenden Listenpreise verstehen sich pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, netto. Bei monatlicher Zahlweise liegen beide Anbieter rund 20 Prozent darüber.
| Stufe | Microsoft 365 | Google Workspace |
|---|---|---|
| Einstieg | Business Basic (nur Web/Mobile) | Business Starter – ab ca. 6,80 € |
| Standard | Business Standard (Desktop-Office) | Business Standard – ca. 13,60 € |
| Premium / Plus | Business Premium (inkl. Security & Geräteverwaltung) | Business Plus – ca. 21,10 € |
| Enterprise | E3 / E5 | Enterprise (auf Anfrage) |
Bemerkenswert an der Microsoft-Preisrunde 2026: Ausgerechnet Microsoft 365 Business Premium bleibt von der Erhöhung ausgenommen, während die kleineren Pakete und die Enterprise-Tarife E3/E5 teurer werden. Für Unternehmen unter 300 Mitarbeitern verschiebt das die Rechnung deutlich – der Abstand zwischen Business Premium und dem teureren E3 wächst, ohne dass Business Premium an Substanz verliert.
Bei Google Workspace ist seit 2025 die Gemini-KI fest in alle Business-Pläne integriert. Das frühere separate KI-Add-on (das zusätzlich 20 bis 30 US-Dollar pro Nutzer gekostet hat) entfällt – dafür sind die Grundpreise entsprechend gestiegen. Unterm Strich liegen beide Anbieter bei vergleichbarer Ausstattung preislich nah beieinander; der Preis allein entscheidet die Frage nicht.
Wichtiger Praxis-Hinweis zur Microsoft-Preisrunde: Bestehende Jahresverträge laufen zu den alten Konditionen weiter. Die höheren Preise greifen erst bei Neubuchung oder Verlängerung nach dem 1. Juli 2026. Wer ohnehin vor einer Verlängerung steht, kann durch ein strategisches Vorziehen noch ein Jahr zum alten Preis sichern.
Funktionen: zwei Philosophien
Microsoft 365 ist die richtige Wahl für Unternehmen, die mit klassischen Office-Dokumenten arbeiten. Word, Excel, PowerPoint und Outlook laufen als vollwertige Desktop-Anwendungen, nicht nur im Browser. Wer komplexe Excel-Modelle, Serienbriefe oder anspruchsvolle Präsentationen baut, merkt den Unterschied schnell. Dazu kommen mit den Business-Plänen Werkzeuge zur Geräteverwaltung (Intune) und – in Business Premium – integrierte Sicherheitsfunktionen wie Microsoft Defender for Office 365.
Google Workspace ist im Kern für die Zusammenarbeit im Browser gebaut. Gemeinsames Bearbeiten in Echtzeit, eine sehr aufgeräumte Oberfläche und eine geringe Einstiegshürde sind die Stärken. Teams, die ohnehin vorrangig im Browser arbeiten und keine schwergewichtigen Office-Funktionen brauchen, kommen damit oft schneller und reibungsärmer ans Ziel. Der Preis dafür: Bei sehr formatlastigen Dokumenten und bei der Kompatibilität mit Kunden, die Office-Dateien schicken, stößt man häufiger an Grenzen.
Datenschutz: der entscheidende Punkt für deutsche KMU
Hier liegt für viele Unternehmen in Berlin und Brandenburg der eigentliche Hebel. Google ist ein US-Unternehmen, und Aufsichtsbehörden haben Google Workspace beim Einsatz in Behörden und sensiblen Bereichen in der Vergangenheit kritisch bewertet. Eine DSGVO-konforme Nutzung ist möglich, erfordert aber, dass die EU-Data-Boundary aktiv konfiguriert und ein Auftragsverarbeitungsvertrag geschlossen wird. Das ist kein Selbstläufer, sondern Konfigurationsaufwand, der gemacht werden muss.
Microsoft 365 hat dieselbe US-Konzernmutter, bietet für europäische Kunden aber mit der EU Data Boundary einen weiter ausgebauten Rahmen und ist im deutschen Mittelstand schlicht der etabliertere Standard – was die Abstimmung mit Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Kunden vereinfacht. Wer in einer regulierten Branche arbeitet oder sensible Kundendaten verarbeitet, sollte den Datenschutz nicht als Nebenpunkt behandeln. Wir empfehlen in solchen Fällen ausdrücklich eine saubere Prüfung vor der Entscheidung – das ist Teil einer fundierten IT-Beratung.
Migration und Wechselaufwand nicht unterschätzen
Der häufigste Denkfehler bei der Plattformwahl: nur auf die monatliche Lizenzgebühr zu schauen. Der größere Posten ist fast immer der Wechsel selbst. Mails, Kalender, Kontakte und teils Jahre an Dateien müssen migriert, Postfächer umgestellt, Mitarbeiter geschult und Endgeräte neu eingerichtet werden. Dieser Aufwand fällt einmalig an, ist aber real – und er ist der Grund, warum sich ein Wechsel selten allein wegen ein paar Euro Lizenzdifferenz lohnt. Ob die laufenden Kosten den einmaligen Umstieg rechtfertigen, lässt sich nur im konkreten Fall rechnen; die grundsätzliche Frage Server oder Cloud spielt dabei ebenfalls hinein.
Unsere Empfehlung für den Mittelstand
Für die meisten KMU in Berlin und Brandenburg ist Microsoft 365 die naheliegende Wahl – und das nicht aus Gewohnheit. Drei Gründe: Erstens arbeiten die meisten Mitarbeiter ohnehin schon mit Office-Dokumenten, der Umstieg auf Google Docs erzeugt Reibung ohne echten Mehrwert. Zweitens ist Microsoft 365 Business Premium nach der Preisrunde 2026 ein besonders rundes Paket: Es bleibt preisstabil und bündelt Office, Geräteverwaltung und Sicherheitsfunktionen, die ein KMU sonst einzeln einkaufen müsste. Drittens ist der Microsoft-Standard im deutschen Geschäftsverkehr so verbreitet, dass die Zusammenarbeit mit Partnern, Kunden und Beratern einfach reibungsloser läuft.
Google Workspace ist die bessere Wahl für eine kleinere Gruppe von Unternehmen: stark browserbasierte, kollaborative Teams, die keine schweren Office-Funktionen brauchen und Wert auf eine besonders einfache Oberfläche legen. Pauschal lässt sich die Frage aber nicht beantworten – sie hängt an Ihrem konkreten Arbeitsalltag, Ihren Datenschutz-Anforderungen und Ihrer bestehenden IT.
Genau diese Einordnung nehmen wir mit Unternehmen im Erstgespräch vor: Wir schauen uns an, womit Ihre Leute tatsächlich arbeiten, welche Compliance-Anforderungen gelten und ob ein Wechsel sich rechnet. Die NETWORK ASSISTANCE GmbH ist seit 2002 in Berlin-Spandau ansässig, Microsoft Partner und BSI-autorisiert für den CyberRisikoCheck nach DIN SPEC 27076. Sprechen Sie uns an – wir helfen Ihnen, die richtige Plattform für Ihr Unternehmen zu wählen und sauber einzuführen.





